[TAT] Tag 5: Interview mit Jona Dreyer

Willkommen zum fünften Tag. Heute habe ich etwas ganz Besonderes für euch. Jona hat mir in einem Interview Rede und Antwort gestanden. Ich hoffe ihr findet das Interview genauso interessant wie ich.


F: Wie bist du auf dein Pseudonym gekommen?

A: Ich wollte einen geschlechtsneutralen Vornamen, weil ich mich damit wohler fühle, auch gerne etwas Hebräisches aufgrund meiner Verbundenheit zum Judentum. Dreyer habe ich dann als »einfachere« Version des ursprünglich angedachten Dreyfus gewählt.

F: Wieso hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden?

A: Weil ich ein elender Kontrollfreak bin. ;-) Ich möchte 100% steuern können, was ich schreibe, wann ich es schreibe, wie ich es schreibe. Wann es veröffentlicht wird, wie der Titel lauten soll und wie das Cover aussieht. Ich will das nicht in guter Hoffnung in die Hände anderer Menschen legen und dann vielleicht enttäuscht oder betrogen werden. Gute Verlage haben ihre Daseinsberechtigung für alle Autoren, die sich mit der Zusatzarbeit einer Buchveröffentlichung nicht befassen können oder möchten. Aber solange ich alles selbst bewerkstelligen kann, werde ich das auch tun. Außerdem war es immer mein Traum, vom Schreiben zu leben und das geht als Self-Publisher nun mal besser, weil hierbei nicht Verlag und Buchhandel am meisten an einem Werk verdienen, sondern der Schöpfer – der Autor.

F: Hast du bestimmte Routinen oder Rituale, die du beim Schreiben einhältst?

A: Ich habe immer etwas zu trinken bereitstehen und Kopfhörer auf – ohne Musik kann ich nicht schreiben. Da ich Asperger und ADS habe, muss ich zwischendurch, so alle 20 Minuten, immer wieder aufstehen und kurz etwas anderes machen, zum Beispiel etwas aufräumen oder einfach eine Runde durchs Haus oder den Garten laufen, um meine Konzentration wiederzufinden.

F: Wo schreibst du am liebsten?

A: Aktuell am Küchentisch, weil unser Schreib- und Hobbyzimmer noch nicht fertig eingerichtet ist.

F: Findest du überhaupt Zeit zum Lesen, während du mit dem Schreiben beschäftigt bist?

A: Selten, vor allem, weil ich eine sehr langsame Leserin bin. Ich hatte mir für dieses Jahr allerdings vorgenommen, wieder mehr zu lesen und diesen Vorsatz auch tatsächlich eingehalten. Und das war gut, denn Lesen war immer ein großes Hobby von mir, das mich sehr inspiriert hat.

F: Arbeitest du an mehreren Büchern gleichzeitig oder konzentrierst du dich lieber auf eines?

A: Immer nur eins. Jede einzelne Geschichte verdient meine vollständige Aufmerksamkeit, bis sie fertiggestellt ist. Da ich während des Schreibprozesses mehrere Wochen lang mit den Charakteren »lebe«, könnte ich mich nicht auf mehrere Werke gleichzeitig konzentrieren, ohne dass diese dann ihre Seele verlieren würden.

F: Was hat dich dazu inspiriert, dein erstes Buch zu schreiben?

A: Die Romane, die ich gelesen habe. Als »erstes Buch« zähle ich jetzt mal den ersten Roman, den ich mit 16 zu schreiben begonnen, wenn auch leider nie beendet habe. Ich hatte all diese tollen Geschichten gelesen, selbst so unendlich viele Ideen im Kopf, war sprachlich begabt – ich dachte, ich muss das jetzt auch probieren. Ich will auch Autorin sein. Bis ich tatsächlich einen Roman fertig geschrieben habe, ist zwar noch eine Menge Zeit vergangen, aber losgelassen habe ich den Traum nie.

F: Woran arbeitest du gerade? Möchtest du uns schon etwas darüber verraten?

A: Aktuell arbeite ich an einer spannenden Story mit dem Arbeitstitel »Kitty Vegas«, dabei geht es um einen berühmten Stripper aus Las Vegas, der auch als ATF-Informant arbeitet.

F: Warum hast du angefangen, M / M-Romane zu schreiben?

A: Weil ich mich noch nie so wirklich mit Frauen identifizieren konnte und mein Kopfkino immer nur mit Männern besetzt war.

F: Wer war der schwierigste Charakter in den Inselreichen?

A: Ich schätze, das war Anastasis aus »Der König der Silion-Gasse«.

F: Welches von deinen eigenen Büchern magst du am liebsten oder bedeutet dir am meisten?

A: Bei den Inselreichen ist es aktuell »Der Veilchengraf« gleichauf mit »Das Blut des silbernen Wanderers«, bei meinen zeitgenössischen Romanen »Absinth mit dem Teufel«.

F: Welches von deinen Büchern würdest du jemanden empfehlen, der noch nie ein Buch von dir gelesen hat?

A: Ich würde ihn erst mal fragen, welche Richtung er gerne liest, da mein Programm ja recht vielfältig ist. Romance-Liebhabern würde ich »Der Wind auf deiner Haut« ans Herz legen, Freunden von Humor »Will hier jemand Haggis?« oder »Nie wieder Whisky«, Spannungs- und Dramenfreunden »Absinth mit dem Teufel« 1&2 und Fantasy-Liebhabern natürlich den ersten Inselreich-Band »Der Prinz der drei Heere: Aneiryn«.


Frage des Tages: Wie fandet ihr das Interview?

 

 

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Franziska Berg

Hallo liebe Tatty,

das Interview ist super! Man erfährt Sachen, die man vorher nicht wusste und es war sehr spannend zu lesen :)

Liebe Grüße
Franziska

Ute Groß

Hallo Tatty,
das Interview hat mir sehr gut gefallen.

Helma Kortmann

Hallo,
das Interview ist sehr interessant. Ich fand es wirklich cool, dass es nicht so “normale”, übliche und damit leider auch langwwilige Fragen waren und Jona damit doch vieles von sich preisgegeben hat.
Toll. Danke.:)
LG Helma

Nicole

Hi,
ich fand es ganz interessant, das Jona sagte alle zwanzig Minuten aufstehen und etwas anderes machen zu müssen. Das ist etwas, das ich mir für mich nicht vorstellen könnte, aber sehr spannend finde. Außerdem mochte ich es, dass du nicht die immer gleichen abgedroschenen Fragen gestellt hast. Tolles Interview!
Liebe Grüße
Nicole

Shannon O'Neall

Sehr schönes Interview!