[TAT] Tag 6: Zitate

Hallo meine Lieben,
heute habe ich zu jedem Buch der Inselreich-Saga drei kleine Passagen herausgericht. Ich muss gestehen, dass mir das nicht gerade leicht viel. Meine absoluten Lieblingsstellen würden viel zu viel spoilern. Zudem fällt es mir auch extrem schwer, während des Lesens geeignete Stellen herauszufiltern. Meist bin ich so in der Geschichte versunken, dass mir erst am Ende des Buchs einfällt das ich mir besondere Stellen kennzeichnen wollte.
Ich hoffe natürlich trotzdem, dass euch die kleinen Schnipsel neugierig machen. Die Frage des Tages findet ihr wie immer unter dem Beitrag. Also viel Spaß!


Der Prinz der drei Heere: Aneiryn (Inselreich-Saga, Band 1)

»Seit ich es weiß, kann ich damit leben, dass du mich kleiner Stern nennst.«

Der Fürst nickte. »Manchmal wird aus denen, die man klein nennt, das Allergrößte.«

»Arachsúil …«, flüsterte Aneiryn. »Mach Liebe mit mir, Drachenauge. Hier. Jetzt.«

 

»Ich rate dir, zu schweigen, Aneiryn«, grollte der Fürst, griff sich ein dickes Seil von der Ladefläche und ehe der Prinz wusste, wie ihm geschah, wurde er von seinem Mann an den Karren gebunden.

»Was –«

»So kannst du nichts mehr anrichten«, knurrte Riaghán. »Und du wirst zusehen, wie die Männer meine Befehle befolgen. Meine. Du wirst Allanthór untergehen sehen, weil ich es so will! Und danach wirst du dir sehr genau überlegen, ob du je wieder öffentlich meine Autorität in Frage stellst.«

»Du bist ein Monster!«, schrie der Prinz ihm entgegen. »Ein verdammtes, barbarisches Monster! Ich hasse dich!«

 

»Es geht nicht um mich, verdammt nochmal!«, schrie Aneiryn ihn an. War sein Gemahl denn wirklich so verbrettert und vernagelt, dass er nicht begriff, worauf er hinauswollte? »Du hast einen Sohn, Riaghán! Du hast einen Sohn, seit beinahe siebzehn Jahren!«


Das Blut des silbernen Wanderers: Halvor (Inselreich-Saga, Band 2)

»Er kommt mir vor wie ein Hütehund, der den Wolf gibt, wenn ich ehrlich sein soll«, räumte Cailean ein.

»Da täusch’ dich mal nicht. Ronin ist für seine Herde wie ein fürsorglicher Schäfer, aber …« Brochans Blick schweifte in die Ferne und er schüttelte den Kopf. »Er kann auch ziemlich grausam sein, wenn er das für zielführend hält. Ehrlich gesagt habe ich mich gewundert, dass du mit vollständigen Gliedmaßen das Lager wieder verlassen durftest. Hast du doch, oder?«

 

»Und worüber wolltest du mit mir reden?«

»Über deinen Fortgang.«

»Ah ja.« Cailean schloss wieder die Augen und ließ sich treiben.

Ronin zwang sich, nicht auf das Geschlecht des anderen zu starren und zog sich, um irgendetwas zu tun, die Stiefel aus. Als seine nackten Zehen das Wasser berührten, sog er scharf die Luft ein. Sein Gefährte nahm ja ein wahres Eisbad! »Lass es mich kurz machen, Cailean«, erklärte er. »Ich will nicht, dass du fortgehst.«

»Warum?«, fragte Cailean ohne auch nur zu blinzeln. »Wegen Nonie?«

»Ja, auch wegen Nonie. Aber … aber nicht nur.«

 

»Wenn ich damals gewusst hätte«, begann Cailean, »dass es da draußen einen wie dich gibt – nein, dass es dich gibt, dann hätte ich Riaghán nicht einen Augenblick hinterhergetrauert. Nicht einen einzigen. Geschweige denn, dass ich einen Krieg provoziert hätte. Ich habe ihn damals für den besten Mann gehalten. Für den, der am besten für mich ist. Ich habe mich selten im Leben so sehr geirrt. Mit dem Wissen von heute und mit dir an meiner Seite erscheint mir dieser Gedanke geradezu absurd. Ich will keinen Riaghán, wenn ich dich haben kann. Er ist auf seine Art eine wunderbare, liebenswerte Person und ich werde ihn immer wertschätzen, auch wenn wir nicht immer fair zueinander waren. Aber mit dir kann er sich nicht vergleichen. Er ist der Herrscher von Tharog. Doch du … du bist der Zähmer des Tyrannen.«


Die Farbe des Mondlichts (Inselreich-Saga, Band 3)

»Ich werde den Eindruck nicht los, dass deine Tante dich nicht sonderlich gut behandelt«, bemerkte Swithin.

»Ich will nicht klagen«, gab Bran zurück. »Sie gibt mir ein Dach über dem Kopf und etwas zu tun. Zumindest noch bis nach dem Konzil.«

 

»Ich hatte einen Bruder«, begann er.

»Ich weiß«, entgegnete Bran. »Du hast mir bereits von ihm erzählt.«

»Nein.« Garbhán zog die Knie an und umklammerte sie mit seinen Armen. »Nicht dieser Bruder. Es gab noch einen, jünger als ich. Sél war sein Name. Er war …«, er schluckte und befeuchtete sich die Lippen mit der Zunge, »er war so wie Talyna.«

 

»Ich habe gerade endgültig erkannt, dass Familie nichts damit zu tun hat, wessen Blut in meinen Adern fließt. Halvor hat seinen ganz eigenen Weg, den er finden muss. Wir leben in zwei verschiedenen Welten, auch wenn es der gleiche Mann war, der uns gezeugt hat. Aber meine Familie, das bist du. Du und unsere Freunde.«


 

Der König der Silion-Gasse: Rheon (Inselreich-Saga 4)

»Die Tharoganer sind wie Tiere«, hatte Anastasis verkündet. »Ein Tier muss man an die kurze Leine nehmen, wenn es bockt. Man muss es züchtigen, damit es weiß, wer sein Herr ist. Ich präsentiere euch eine ganz neue, bislang noch unbekannte Gattung: den tharoganischen Gassenhund.«

 

»Sein Name ist Diarmaid. Und was ich dir einmal gesagt habe, gilt nach wie vor: Du darfst nie mit irgendjemandem über ihn sprechen.«

 

»Bei jeder Rückkehr habe ich Angst, dich nicht mehr anzutreffen«, gestand er.

»Und irgendwann wird es auch so sein«, erwiderte Riaghán, »aber jetzt noch nicht. Ich habe so viel alvaeisches Blut gesoffen, dass ich sicher über hundert werde. Also musst du noch ein paar Jahre Geduld haben, bis du mich betrauern kannst.«

»Den Göttern sei’s gedankt«, entgegnete Rheon und betrachtete ihn.


Der Veilchengraf (Inselreich-Saga 5)

»Dieses Müssen kam aus mir selbst. Es war ein innerer Drang, der mich in die Welt hinausgezogen hat. Mein Lehrmeister nahm mich einmal mit in die Stadt und ich war überwältigt. Ich glaube, ich war immer anders als die anderen in meinem Dorf.« Das war nicht ganz die Wahrheit. Er glaubte es nicht, er wusste es.

 

»Liebst du mich denn auch?« Die Frage klang so unschuldig, als wenn ein Kind sie stellte.

»Ja«, flüsterte er. »Durch dich habe ich doch erst erkannt, was Liebe bedeutet. Und wie sie sich anfühlt. Es ist überwältigend.« Er starrte Gilbert an, während dieser sich erhob, den Tisch umrundete und vor ihm auf die Knie sank.

 

»Ihr bekommt beides«, erklärte Arved feierlich, »mein Versprechen und meine Vergebung. Aber erfüllt Ihr mir auch eine Bitte: Lasst mich Euch einen Trank geben, der Euch die Schmerzen nimmt und Euch sanft einschlafen lässt. Qual und Schmerz bringen keine Buße und keine Vergebung. Die Liebe bringt sie.«


Die fremden Brüder (Inselreich-Saga 6)

»Man nennt es auch das Spiel der Könige«, erklärte der Jarl. »Ein Spiel für kluge Männer. Strategen, wie du einer zu sein behauptest. Ein Denkspiel, aber vor allem auch ein Kriegsspiel. Ich gewähre dir den ersten Zug.«

 

»Oh, warum sagst du mir das, Kétill?« Gilberts Stimme klang schmerzvoll und in seiner vernarbten Miene stand Leid. »Lastet nicht schon genug auf mir? Ich habe mir meinen Lebensabend auch anders vorgestellt. Ich dachte, ich säße dann mit meinem Gemahl im Garten, genösse die Blüte der Blumen in den verschiedenen Jahreszeiten und freute mich abends auf eine deftige Mahlzeit und ein Schachspiel mit unserem lieben Sohn. Stattdessen sitze ich immer noch hier in der Hauptstadt und schlage mich mit Politik und Ränkespielen herum. Ich bin mittlerweile sechsundsechzig Jahre alt. Mein Herz wird müde. Ich sterbe, mein Junge. Und ich habe solche Angst, ohne meinen Arved von dieser Welt zu gehen.«

 

»Willkommen an Unserem Hof, Othán«, sagte Morcar, wobei er das letzte Wort schon nicht mehr so spöttisch betonte. »Wer hätte gedacht, dass wir uns auf diese Weise wiedersehen? Hätten Wir das gewusst, hätten Wir Euch wohl doch besser hinrichten lassen.«


Frage des Tages: Habt ihr eine Lieblingstelle in einem der Bücher der Inselreich-Saga oder hat euch ein oben gezeigter Schnipsel besonders gefallen?
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Franziska Berg

Hallo,

eine Lieblingsstelle habe ich jetzt nicht, das könnte ich dir erst beantworten wenn ich die Bücher nochmal gelesen habe.

Aber ich finde den vorletzten Schnipsel mit Gilbert und Ketill sehr schön. Bei dem Buch habe ich auch extrem geheult, da ich wirklich dachte, das Gilbert uns verlässt.
Ich fand es so mega traurig.

Danke für die schönen Schnipsel.

Liebe Grüße
Franziska