[TAT] Tag 3: Rezension »Das Blut des silbernen Wanderers: Halvor« von Jona Dreyer

»Das Blut des silbernen Wanderers: Halvor« von Jona Dreyer ist der zweite Band der Inselreich-Saga. Da Buch ist im August 2016 erschienen, hat 664 Seiten und gehört und Genre Fantasy. Grundsätzlich kann der Band unabhängig lesen, ich würde jedoch empfehlen ihn nach „Prinz der drei Heere: Aneiryn“ zu lesen.

Als kleines Schmankerl hat die Autorin mir zu jeden Buch der Inselreich das meistgehörte Lied geschickt, dass ich natürlich mit euch teilen möchte.
»Hildebrandtslied« von Menhir

Klappentext:

»Ich gebe dich nicht auf. Niemals. Wenn man jemanden wirklich liebt, wird einem die Last nicht zu schwer.«

Halvor war einst der Größte und der Mächtigste von allen. Aber als er den Mann, den er liebt, endgültig an einen anderen verliert, gibt er alles auf: seine Macht, sein Königreich und sogar seinen Namen.

Als einsamer Wanderer zieht er fortan durch die Nordinsel seines zerfallenden Königreichs, bis er auf eine Gruppe von Rebellen unter einem Anführer trifft, der allen nur als der schwarze Ronin bekannt ist. Fasziniert von diesem schließt er sich der Gruppe an, die für die Unabhängigkeit der Nordinsel kämpft. Doch es geht um weit mehr als das: Es entbrennt ein erbitterter Kampf um Liebe, Freiheit und Vergebung, denn der Wanderer trägt seine Vergangenheit und einen grausamen Fluch wie eine unsichtbare Last mit sich.

Kann Ronin ihm helfen, diese zu schultern?

Oder wiegt all das, was bereits geschehen ist, am Ende doch zu schwer?

Rezension:

Selten hat sich das Bild eines Charakters für mich so gewandelt. Wie der Titel schon sagt, steht diesmal Halvor, bekannt aus dem ersten Teil der Inselreich-Saga im Mittelpunkt. Halvor war für mich immer ein geheimnisvoller, aber eher unsympathischer Charakter. Er hat gelogen und betrogen und jeden um sich herum manipuliert um seinen Willen durchzusetzen.

In diesem Buch wird Halvors Vergangenheit beleuchtet und vieles wird klarer. Seine Geschichte hat mir an manchen Stellen das Herz zerrissen. Gleichzeitig mit Halvors Vergangenheit begleiten wir den Wanderer Cailean in der Gegenwart auf seiner Reise. Cailean schließt sich einem Rebellenlager an, die nach dem verschwinden des Großkönigs Halvor gegen das Königreich Bailen rebellieren und ihre Unabhängigkeit fordern.

Auf geschickte Weise werden die Vergangenheit und die Gegenwart miteinander verknüpft bis die beiden roten Fäden der Geschichte in einem zusammenlaufen. Ich war völlig gefangen genommen. Es war spannend zu erleben, wie aus dem unschuldigen Halvor Silberhaar, geboren als Alvaei und fernab der Menschen aufgewachsen, der vom Wahn getriebene Großkönig wurde und zu guter Letzt ein liebender Vater und Partner.

Ronin steht teilweise im krassen Gegensatz zu Halvor. Ihn treibt der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit an. Er hat sich voll und ganz der Rebellion verschrieben und musste im Leben schon einige Rückschläge in Kauf nehmen. Die Mauer um ihn herum bröckelt nur langsam, doch nach und nach erkennt Ronin, dass er mehr im Leben gibt als den Kampf. Ronin ist ein sehr loyaler und treuer Charakter. Fehler und Schwächen zugeben sowie anderen Vertrauen fällt ihm schwer, doch über die Zeit öffnet er sich und lernt, dass das Gewicht der Welt nicht nur auf seinen Schultern ruht.

Wie auch schon im ersten Band, war die Erzählung wieder unglaublich lebendig. Die Menschen und Landschaften erwachten mit wenigen Sätzen zum Leben und starteten ein Kopfkino der Extraklasse. Ich habe diesen Wälzer in weniger als 24 Stunden gelesen, da ich das Buch einfach nicht weglegen konnte. Die Autorin hat mir mit diesem Buch eine wirklich kurze Nacht verschafft. Durch die abwechselnde Erzählung werden die Informationen nur häppchenweise preisgegeben und ich wurde regelrecht gezwungen weiterzulesen, weil ich meine Neugier einfach nicht zügeln konnte und immer wissen wollte, wie es weitergeht.

Ich hatte ziemlich früh einen Verdacht worauf es hinauslaufen soll, aber trotzdem hat mich die Emotionalität überrascht und mich am Ende heulend zurückgelassen.

Ich kann „Das Blut des silbernen Wanderers: Halvor“ einfach nur empfehlen. Ein absolut geniales Buch, auch wenn ich den ersten Band einen kleinen Ticken lieber habe, da ich Aneiryn einfach liebe.

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Franziska Berg

Hallo,

für mich steht die Geschichte von Halvor an zweiter Stelle hinter “Der Veilchengraf”.
Jetzt wo man ihn besser kennen lernen konnte, habe ich seinen Charakter lieben gelernt.
Ich hoffe auch immer noch sehr, das Halvor, Riaghan und Aneiryn sich in einem der späteren (noch nicht erschienenen) Bände nochmal begegnen.
Ich persönlich möchte einfach wissen, wie sich das abspielen würde :)

Danke für diese schöne Rezension.

Liebe Grüße
Franziska

Shannon O'Neall

Oh ja, der spannendste Charakter von allen. Halvor, vom hinreißenden Arsch zum liebevollen Gefährten. Ich bin am Ende so in Tränen zerflossen, dass ich kurz Pause machen musste, obwohl ich nicht wollte. Aber lesen ging einfach nicht mehr, Augen waren zu überflutet. ^^