[TAT] Tag 6: Rezension »Der Veilchengraf« von Jona Dreyer

»Der Veilchengraf« von Jona Dreyer ist im Oktober 2018 erschienen und der fünfte Band der Inselreich-Saga. Das Buch hat 698 Seiten und gehört ins Genre Fantasy. Dieses Buch kann ohne Vorkenntnisse gelesen werde, aber ich empfehle wie immer die Reihenfolge der Veröffentlichung.

Klappentext:

»Jede Rose hat Dornen. Nehmt sie, oder ich werfe sie weg.«

Der junge Arved kehrt seinem Volk und seiner Heimatsiedlung den Rücken, um in Tumbrias Hauptstadt als Heiler zu arbeiten und mehr von der Welt außerhalb des Waldes zu erfahren. Eines Tages erhält er eine ungewöhnliche Einladung: Graf Gilbert de Aryet, seines Zeichens der mächtigste Mann des Landes, erbittet seine Hilfe.

Kaum auf Aryet Manoir angekommen, findet sich Arved in einem Trubel aus Hochzeitsvorbereitungen wieder. Doch die junge Braut des Grafen lebt in Todesangst, denn der unnahbare Mann mit der Maske auf dem Gesicht soll seine bisherigen Gemahlinnen kaltblütig ermordet haben. Kurzerhand beschließt Arved, ihr zur Flucht zu verhelfen. Doch schon bald muss er erkennen, welch einen fatalen Fehler er damit begangen hat …

Hegt der Graf wirklich ein mörderisches Geheimnis unter seinen unzähligen Masken?

Und welches Schicksal blüht Arved hinter den grauen Mauern von Aryet Manoir?

Rezension:

Für mich unterscheidet sich dieser Band sehr von den anderen Bänden der Inselreich-Saga. Es geht weniger um den Kampf gegen eine Obrigkeit oder um eine große Schlacht, sondern viel mehr um das Innenleben der Charaktere. Standpunkte und Ansichten werden verschoben und der Glaube wird in Frage gestellt ohne den eigenen Prinzipien untreu zu werden.

Arved sucht seinen Platz in der Welt und verlässt deswegen sein Heimatdorf und sein Volk. Er baut sich eine kleine Apotheke auf, hat eine Liaison und kommt gut zurecht, doch als der Graf Gilbert de Aryet seine Dienste in Anspruch nehmen möchte, bricht Arved seine Zelte vorläufig ab und folgt dem Ruf nach Aryet Manoir. Im Grunde ist Arved ein herzensguter Mensch, doch anfangs ist er sehr leichtgläubig und beeinflussbar. Ich mochte ihn besonders, weil er seine Fehler einsieht, von ihnen lernt und daran wächst.

Gilbert hingegen wirkt anfangs kalt und unnahbar. Seine Untertanen hassen und verachten ihn größtenteils, weil sie denken er hat seine Gemahlinnen eiskalt ermordet. Doch eigentlich ist er ein sehr sensibler Charakter, dem das Schicksal übel mitgespielt hat und der versucht das Beste aus dem zu machen, was das Leben ihm vor die Füße wirft. Ich mochte es, wie Gilbert es geschafft hat, seinen Blickwinkel zu ändern und anzupassen ohne sich selbst untreu zu werden.

Generell fand ich es klasse wie die Autorin es geschafft hat, zwei so unterschiedliche Charaktere zusammenzubringen. Beide mussten von ihren Standpunkten abweichen und in vielen Dingen Kompromisse finden. Doch gerade das macht das Leben aus und die Geschichte so authentisch.

Als kleines Schmankerl taucht auch Halvor in diesem Band auf. Wer aufmerksam liest wird eine kleine und wichtige Schlüsselszene finden, die der Auslöser für viele Ereignisse im ersten Band der Inselreich-Saga ist.

»Der Veilchengraf« erzählt eine Geschichte von Misstrauen, Freundschaft, Zusammenhalt, Glaube und Liebe die mich total in ihren Bann gezogen hat.

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Helma Kortmann

Hallo Tatty,
es ist wie bisher immer. Deine Rezi machen wirklich Appetit auf mehr. Je mehr Rezis ich von Dir lese, desto mehr drängt es mich, endlich mit den Inselreichen zu beginnen.
Mach bitte genau so weiter, da Du auch einen sehr guten Schreibstil hast, unabhängig vom Inhalt.
Vielen Dank dafür und ich freue mich auf das nächste Mal.
LG Helma

Franziska Berg

Hallo :)

die Rezi ist wirklich super!
Den Veilchengrafen fand ich von der Geschichte einfach klasse. Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Inselreich-Saga.

Liebe Grüße
Franziska