Interview mit Noa Liàn

Hallo meine Lieben,
trotz meiner kleinen Blogpause möchte ich euch auf keinen Fall das Interview mit Noa vorenthalten. Noa war so nett mir Frage und Antwort zu stehen, damit wir alle einen kleinen Einblick bekommen.

Ich hoffe ihr findet das Interview genauso interessant wie ich und vielleicht wird der ein oder andere ja ein bisschen neugierig und wirft einen Blick in Noas Bücher.

F: Wie bist du auf dein Pseudonym gekommen?

A: Das hat eine ganze Weile gedauert. Liàn hatte ich ursprünglich als ersten Namen gewählt, aber nachdem ich mit Freunden Rücksprache gehalten habe, wurde das der zweite Teil des Namens. Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin, aber eines schönen Tages, so wie jede gute Geschichte beginnt, bin ich darauf gestoßen und war fasziniert davon, wie viele unterschiedliche Übersetzungen es im Chinesischen für Liàn gibt. Und so sehe ich meine Geschichten auch, vielseitig und mehrfach deutbar.
Noa ist dagegen kurz und knapp, so, wie ich oft schreibe, um mich dann doch dazu zu bringen, meine Leser mehr teilhaben zu lassen. Außerdem war mir ein geschlechtsneutraler Vorname wichtig, weil meine Bücher und Geschichten für sich selbst sprechen sollen.

F: Du hast ein geschlossenes Pseudonym gewählt. Warum? Und wie fühlst du dich damit, wenn jemand herausfinden möchte, wer sich dahinter versteckt?

A: Ich wollte ein Pseudonym, um mich als Autor entfalten zu können. Ich möchte schreiben und veröffentlichen und mich nicht darum sorgen müssen, was jemand über mich als Privatmensch denkt, weil ich mich bestimmten Themen widme. Und auch noch widmen werde, ein sehr heikles Buch ist für das nächste Jahr geplant.
Es ist mir unangenehm, wenn das jemand versucht, auch wenn ich die bloße Neugier verstehen kann. Ich bin auch ein neugieriger Mensch, aber Grenzen sollte man einhalten können. Wenn ich bereit bin, einmal mehr über mich preiszugeben, dann möchte ich das in meinem eigenen Tempo tun.

F: Warum hast du dich entschieden, Selfpublisher zu werden?

A: Eigentlich hatte ich gar nicht vor, überhaupt zu veröffentlichen. Ich habe viele Geschichten vorher geschrieben, doch meine Kurzgeschichte »Weihnachtsträume« hat mich so gefesselt, dass ich an ihr auch andere Anteil haben lassen wollte. Und welcher Verlag nimmt schon eine einzelne Kurzgeschichte? Der Rest hat sich dann von da aus weiterentwickelt und ich bin sehr glücklich mit dem Selfpublishing. Obwohl ich einem Verlagsausflug nicht abgeneigt bin. Ich habe auch einen vollständigen Thriller-Plot im Kopf, den würde ich irgendwann einmal in einem Verlag unterbringen wollen.

F: Gibt es in diesem Thriller auch eine »Gay Romance«?

A: Nicht direkt, nein. Dass einer der Protagonisten homosexuell ist, wird deutlich, allerdings handelt es sich nicht um eine Liebesgeschichte.

F: Hast du bestimmte Routinen oder Rituale, die du beim Schreiben einhältst?

A: Ich versuche das immer, weil ich festgestellt habe, dass kleine Routinen dabei helfen, in den Schreibfluss zu kommen. Wenn ich mal schlimm hänge, frage ich meine Lektoren oder befreundete Autoren, ob sie sich mit mir auf Discord treffen können. Wir schweigen uns dann an, während wir dem romantischen Klimpern der Tastatur lauschen. Und dann eben schreiben.

F: Wo schreibst du am liebsten?

A: Meistens im Wohnzimmer, aber mein Laptop ist immer in meiner Nähe. Wenn ich es am Wochenende nicht aus dem Bett schaffe, brauche ich mich nur hinsetzen und kann schreiben.

F: Im Bett?

A: Ja, ich muss gestehen. Ich arbeite fast Vollzeit in einem angestellten Verhältnis, bei mir zählt außerhalb dessen jede freie Schreibminute. Nur auf diese Weise habe ich in diesem Jahr so viele Publikationen zustande gebracht. Das bringt aber oft meinen Schlafrhythmus durcheinander. Bevor ich überhaupt nicht schreibe, schreibe ich dann eben im Bett.

F: Findest du überhaupt Zeit zum Lesen, während du mit dem Schreiben beschäftigt bist?

A: Während ich schreibe, nehme ich mir meistens keine Zeit fürs Lesen. Aber ich bin ein Phasenmensch. In der einen Phase schreibe ich und konzentriere mich voll und ganz darauf, in der anderen nehme ich mir ein gutes Buch und lese entspannt.

F: Arbeitest du an mehreren Büchern gleichzeitig oder konzentrierst du dich lieber auf eines?

A: Ich versuche, das zu vermeiden, aber hin und wieder kommt es vor. Bei ungefähr der Hälfte von »Der erste Wächter« habe ich mich um eine sehr emotionale Szene herumgedrückt und dabei »nur mal kurz« meine Szene durchgelesen, die ich vor Ewigkeiten für »Nur ein Spiel« festgehalten hatte. Aus dem »nur mal kurz lesen« wurde dann schon ein Viertel der Geschichte. Danach hatte ich dann wieder Ruhe für mein Fantasyprojekt. Aktuell fahre ich auch zweigleisig, allerdings warte ich nur auf einen geeigneten Moment, um den Rest einer Kurzgeschichte für Weihnachten zu schreiben.

F: Woran arbeitest du gerade? Möchtest du uns schon etwas darüber verraten?

A: Aktuell schreibe ich wieder an einem Fantasybuch. Ich war so erstaunt, dass mein Wächter gelesen worden ist, dass meine Motivation zu einem weiteren Band das ganze Jahr über da war. Ich freue mich sehr darauf, habe nun aber auch ein bisschen Angst, den Erwartungen mit dem nächsten Teil nicht gerechtwerden zu können. Diese Angst muss ich manchmal überwinden und etwas mehr Vertrauen in mich haben. Möchte ich etwas darüber verraten? Hm, es wird sehr dramatisch und meine Protagonisten müssen einen weiten Weg zurücklegen, um sich selbst und einander zu finden.

F: Warum hast du angefangen, M/M-Romane zu schreiben?

A: Die Idee war einfach da. Die Kurzgeschichte hat mich überfallen und seither ist es, als wäre ein Damm gebrochen. Ich hatte schon immer viele Geschichtenideen, doch die meisten davon habe ich zurückgedrängt, nur wenige für mich aufgeschrieben. Aber seit dieser verflixten Nacht, in der mir die Idee kam und mich nicht hat schlafen lassen, werden es jeden Tag mehr. So ist zum Beispiel auch »Das Los seines Lebens« entstanden. Ich stand bei Rewe an der Kasse, bekam ein Los in die Hand gedrückt und bis ich wieder zuhause war, hatte ich eine vollständige Geschichte im Kopf, die dringend aufgeschrieben werden wollte.

F: Welches von deinen Büchern würdest du jemanden empfehlen, der noch nie ein Buch von dir gelesen hat?

A: Das käme darauf an, was derjenige gerne liest. Mittlerweile habe ich mich in zeitgenössischen Romanzen ausprobiert, einem kurzen Drama, Erotik und Fantasy. Worin ich, weil ich mich in einer schwierigen Lage befunden habe, die meisten Emotionen investiert habe, ist aber »Der erste Wächter«. In das Buch habe ich sozusagen mein Herz reingekotzt. Danach war ich wochenlang wie leer. Aber es war auch ein befreiendes Gefühl. Mein Durchbruch nicht nur als Autor.

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